Inkubator für europäisches Bewusstsein
Das europäische Projekt in die Herzen und Köpfe bringen.
Ist jemand die Kampagne der Europäischen Union in den letzten Wochen aufgefallen? Falls nicht, you are not alone. Die Europäische Kommission ist ein Gesetzgeber. Die Kommission Europa vermarkten zu lassen, ist so, als würde man die Rechtsabteilung mit der Werbung beauftragen – man wird damit wahrscheinlich weder viel Aufmerksamkeit erregen noch viele Herzen gewinnen. Das ist ein Problem, denn wenn es quasi nur zwei Events gibt, bei denen wir uns als Europäer fühlen – Champions League und der Eurovision – können wir nicht erwarten, dass sich ein Großteil der Bevölkerung mit der europäischen Idee identifiziert und sie unterstützt. Wir sollten uns mit dem Thema befassen, denn wenn Europa in den Herzen der Menschen wäre, würde Volt irgendwann auch auf allen Stimmzetteln stehen.
Die Idee
Eine europäische Kultur muss nicht geschaffen werden. Sie existiert bereits als Mischung aus unseren 27 Kulturen und Nationalitäten (mehr dazu hier). Es gibt hier und da politische Projekte, bei denen Künstler eine bestimmte Idee oder Thema bespielen, zum Beispiel mit positiven Wahlplakate für das Bündnis französischer Linksparteien bei den letzten vorgezogenen Wahlen. Die Idee, Poster von Europa zu zeichnen, fand sogar eine Fortsetzung am letzten Europatag dank der Europe Culture Heritage Foundation.
Von Zeit zu Zeit habe ich die Chance, mit Künstlern oder potenziellen Spendern zu sprechen, und ich frage meist, ob Interesse besteht, an Projekten mitzuarbeiten, die der breiten Öffentlichkeit ein stärkeres Gefühl von Europa vermitteln. „Gerne“ – sofern es nicht zu bürokratisch und nicht zu politisch ist, ist meistens die Antwort. Meine Idee ist daher, dass Volt als Vermittler fungiert und Sponsoren und Künstler zusammenbringt, um an Projekten zu arbeiten, die in der Bevölkerung eine stärkere Identifizierung mit Europa schaffen.
Was bedeutet das konkret?
- Volt wird einen „kulturellen“ Inkubator aufsetzen (auch als politisches Experiment), der Finanzmitteln gewinnt und Projekte an Künstler vergibt.
- Wenn wir irgendwann unsere EuPP und die dazugehörige Stiftung gründen, würde ich die Stiftung mit diesem Thema beauftragen, denn wir brauchen nicht mehrere Institutionen, die alle an politischen Themen arbeiten. Die Aufgabe der Stiftung ist es, Europa in die Herzen der Menschen zu bringen.
- Das würde bedeuten, dass wir anfangen, Kultur als ein wichtiges Thema zu behandeln und uns nicht nur die Klassiker wie Verteidigung oder Technologie konzentrieren. All diese Bereiche müssen "verteidigt" werden, und ich glaube, dass der Aufbau eines Inkubators für Kulturprojekte auch Mitglieder anziehen wird, die über unsere klassische Mitgliederbasis hinausgehen – also weniger an den politischen Aspekten von Volt interessiert sind. Vielleicht trägt es auch dazu bei, den Anteil von weiblichen Mitgliedern zu erhöhen.
Zeitplan
Das hängt von unserer Fähigkeit zur Mittelbeschaffung und unserem Netzwerk ab, insbesondere im Kulturbereich. Ich möchte auch, dass Mitglieder und lokale Teams Ideen einbringen können; daher sollte es eine einfache Möglichkeit geben, Vorschläge einzureichen, sowie Kriterien, nach denen diese beurteilt werden können. Ich glaube, wir können von einem System, das schnell funktioniert, schrittweise zu einem professionelleren System übergehen; je früher wir also damit beginnen, Ideen zu sammeln, desto besser.
Die Rolle der Co-Präsidenten sehe ich bei diesem Topic besonders im Networking mit potenziellen Spendern und Künstlern. Sobald wir einen Pitch haben, würde ich gerne mit dem Fundraising beginnen und versuchen, die Idee vorzustellen.
Wie messen wir Erfolg?
Relativ einfach:
- Anzahl der Kontakte im Kultursektor (sowohl Künstler als auch potenzielle Spender)
- Höhe der für Kulturprojekte eingegangenen Spenden
- Anzahl der von Mitgliedern eingereichten und bewerteten Ideen
- Anzahl der realisierten Projekte
- (Bonus) Auswirkungen auf Gender Parity in Volt
Wir sollten nicht vergessen, wie viele Mittel investiert werden, um das europäische Projekt zum Scheitern zu bringen (nur ein Beispiel: 150M€). Ich glaube, es gibt genauso viele potenzielle Unterstützer, die wollen, dass das europäische Projekt ein Erfolg wird. Die müssen wir finden und ihnen eine Plattform bieten, auf der sie die europäische Idee unterstützen können.
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